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Asterisk-Server sichern

Unsere Linux- und Asterisk-Installation ist jetzt fertig und der Server läuft stabil. In der anschließenden Optimierung des Dialplans und der SIP- und IAX-Trunk-Konfiguration steckt noch viel Feinarbeit, und irgendwann kann die TK-Anlage dann in den Produktivbetrieb gehen. Was aber, wenn plötzlich der Server, oder gar die Festplatte ausfällt?

Eine normale Linux-Backup-Lösung reicht nicht aus, denn im schlimmsten Fall muss zuerst Linux neu installiert werden, und danach noch die Backup-Software, bevor überhaupt erst mit dem Rückspielen der Datensicherung begonnen werden kann. Unter den Augen von 50 ungeduldigen Mitarbeitern, die nicht telefonieren können, und im Beisein eines Chefs, der glaubte, mit Voice-over-IP Kosten zu sparen, dürfte diese Situation für jeden Admin einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die schnellste, und im kommerziellen Einsatz einzig sinnvolle Lösung zur Sicherung eines Asterisk-Linux-Servers ist daher eine komplette 1:1 Sicherung der Festplatte, ein sogenanntes Image-Backup, es sei denn, die zentrale Backup-Software gestattet ein Desaster-Recovery.

Unter Windows ist das Erstellen eines Festplatten-Images kein großes Problem, mit der Software Norton Ghost funktioniert das beispielsweise recht schnell und unproblematisch. Aber unter Linux sieht die Sache leider etwas anders aus, vor allem wenn zum Restore eine nicht identische Festplatte verwendet werden muss und weil erstaunlich viele Backup-Programme nicht richtig mit ReiserFS- oder Ext3- Filesystemen umgehen können.

DeviceDump-Lösung

In den Asterisk-Server wird eine zweite Festplatte eingebaut und zum Sichern muss der Server von einer Linux-Boot-CD (Knoppix, Suse 10 Installations-CD) gebootet werden. Zum Klonen der gesamten Festplatte auf der Linux-Kommandozeite eingeben:

root:# dd if=/dev/hda of=/dev/hdb

if und of stehen für inputfile und outputfile und hda und hdb für unsere beiden Festplatten.

Der Nachteil an dieser Backuplösung ist, dass die komplette Festplatte kopiert wird, und nicht nur die wirklich benutzen Dateiblöcke. Damit eignet sie sich nicht zum Archivieren auf einem Fileserver, was sinnvoll sein kann, um mehrere Versionen zu archivieren, oder um auch für den Totalausfall des Servers durch Überspannung oder Diebstahl vorzusorgen. Ein Vorteil ist, dass beim Ausfall der ersten Festplatte die Ersatzplatte schon eingebaut, und relativ schnell zum Booten gebracht werden kann.

PartImage-Lösung

PartImage ist ein Linux-Tool zum Sichern von Partitionen, das in jeder guten Linux-Boot-CD bereits vorhanden ist. Beim Rücksichern muss die Ziel-Festplatte die gleiche Partitionierung aufweisen wie die Festplatte, von der das Image stammt, und sie darf auch nicht kleiner sein.

Ein typischer Suse-Linux-Server hat eine Festplatte mit einer Swap-Patition hda1 und Reiser-Partition hda2. Alle Partitionen müssen auf der neuen Platte natürlich auch wieder genau so eingerichtet werden. Zum Erstellen der Partitions-Images bootet man das System Linux-Boot-CD (Knoppix, Suse 10 CD) und richtet die erste Partition ein:

fdisk /dev/hda

Nach dem Booten der Knoppix-CD sehen wir unsere Laufwerke auf dem Desktop. Dann eine Konsole-Session öffnen und mit su zum User root wechseln, ein Passwort ist nicht erforderlich. Mit dem Befehl mount können wir prüfen, welche Laufwerke gemountet sind. Mit dem Befehl partimage rufen wir das Programm auf, wählen die zu sichernde Partition und geben den Pfad zur Imagedatei an, z.B. >/dev/hdb/backup, und wählen den Punkt in Datei sichern aus. Mit F5 gelangt man ins nächste Fenster, in dem man den Kompressionsgrad wählen kann, die übrigen Einstellungen brauchen nicht verändert zu verändern. Menügeführt kann dann die Sicherung gestartet werden.

Das Zurückspielen der Partition funktioniert ähnlich, man muss dazu im ersten Schritt aus Datei sichern wählen und den Pfad zu gesicherten Datei angeben, also z.B. /dev/hdb/backup/Linux_Image.000.

Da Partimage nur die wirklich benutzen Dateiblöcke sichert, und diese zusätzlich noch komprimiert, ist die erzeugte Image-Datei klein genug, um sie im Archiv eines Dateiservers oder auf CD abzulegen. Statt eine zweite Festplatte einzubauen, ist es natürlich viel eleganter, die Datei gleich auf einem Netzwerklaufwerk abzulegen oder von diesem zu lesen.

Für den Zugriff auf ein Windows-Verzeichnis im LAN legen wir auf dem Windows-PC zunächst ein Backup-Verzeichnis an und geben es frei. Windows-Benutzer sollten das hinbekommen :-), für alle anderen:

Den Backup-Ordner im Windows-Explorer markieren, Rechte Maustaste / Freigabe und Sicherheit / diesen Ordner freigeben / Freigabename: backup / Berechtigungen: jeder (oder besser: authentifizierte Benutzer)

Damit Partimage auch auf diesen Ordner zugreifen kann, müssen wir sie auf dem Linux-Server mounten, und zwar wie im folgenden Beispiel:

root:# mount –t smbfs –o username=nicole //192.168.1.100/backup /mnt

Nicole ist in diesem Beispiel ein berechtigter Windows-Anmeldaname, und 192.168.1.100 die IP-Adresse des Windows-PCs. Nach der Eigabe des Passworts können wir die gemountete Freigabe mit dem Befehl mount sehen. In Partimage gibt man dann als Ziellaufwerk /mnt/backup ein, und kann dann ein Image erstellen, oder von dort die Partitionen zurückholen.

Weil es bei manchen Festplatten vorkommen kann, dass Linux nach Zurückspielen des Images nicht bootet, empfiehlt es sich, zur Sicherheit auch noch den Master Boot Record (MBR) und die Partitionstabelle zu sichern, und zwar mit dem DeviceDump-Befehl:

dd if=/dev/hda of=/mnt/freigabe bs=512 count=1 sichert den MBR

Nur zum Verständnis die Bedeutung der Parameter:
bs (block size): Da der MBR eine Größe von 512 Byte hat, teilen wir dd mit, dass es in 512 Byte großen Blocks sichern soll
count: Wie viele dieser Blöcke gesichert werden sollen. Im ersten Block steht der MBR, deswegen also die Eins. Somit werden also nur die ersten 512 Byte der angegebenen Festplatte gesichert, in denen der MBR abgelegt ist.

Der MBR kann im Notfall zurückgesichert werden mit dem Befehl:

dd if=/mnt/freigabe of=/dev/hda

Insgesamt sind diese Lösungen zum Notfall-Restore eines Asterisk-Servers zwar praktikabel, aber nicht wirklich geeignet, um im Notfall von einem Computer-Laien intuitiv bedient zu werden. Wir werden daher hier demnächst noch weitere Backup-Lösungen vorstellen!


Linux sichern

Asterisk-Installation Suse 10.0
Asterisk-Installation Suse 10.2
ISDN-Karten unter Linux
FritzCard-Installation
SIP und RTP
Linux-Server sichern

Backup Links

www.partimage.org
Knoppix CD
Storix Backup
Acronis Backup



















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